Pool Bewerbungen

Jobchance oder Fake-Stellenangebote?

Bewerberpool - Stellenangebote die es nicht gibtSo wie sich Bewerber bei Initiativbewerbungen blind auf Stellen bewerben, die es (noch) nicht gibt, so schreiben auch manche Firmen Stellen aus, die sie (noch) nicht haben.

Warum machen sie das? Wollen Sie mit Fake-Jobangeboten Bewerber ärgern? Manch ein Kommentar eines in einem solchen Bewerbungsauswahlverfahren leer ausgegangenen Bewerbers scheint das glauben zu machen. Doch mit nur ein wenig Kenntnis und Reflexion stellt sich der Sachverhalt bereits anders dar.

Für Stellenausschreibungen ohne Stellen gibt es tatsächlich handfeste Gründe. Sie nutzen nicht nur den so ausschreibenden Unternehmen, sondern auch den Bewerbern auf diese Ausschreibungen.

 

Machen für ein Unternehmen pro Forma-Stellenangebote die es nicht gibt, überhaupt Sinn?

Auch Stellenausschreibungen ohne Stellen machen Arbeit, beschäftigen Personal und kosten Geld. Werden in dem Verfahren zudem Vorab-Bewerbungsgespräche geführt, unterscheidet sich der Aufwand kaum noch von dem eines „normalen“ Bewerbungsverfahrens. Unternehmen denken und agieren ökonomisch, d.h. sie werfen kein Geld zum Fenster heraus und vermeiden nutzlosen Aufwand. Einfach nur viele Bewerber zu haben, aber außer Fake-Jobs keine Stellen, auch nicht in konkreter Aussicht, bringt entgegen laienhafter Vorstellungen weder Aufträge noch sonstige Vorteile. Bei Stellenangeboten für Stellen, die es (noch) nicht gibt, ist sich das Unternehmen also sicher, dass die Stellen kommen werden, die dann mit den vorab ausgewählten Bewerbern besetzt werden können. Sonst würde der ganze Aufwand für die Unternehmen gar keinen Sinn machen.

 

Warum schreiben Unternehmen Stellen schon aus, wenn es die noch gar nicht gibt?

Unternehmen, die z.B. in kurzer Folge von Ihren Kunden mit personalintensiven Projekten beauftragt werden, haben häufig einen sehr schnell wechselnden Personalbedarf. Ist der nächste Auftrag im Haus, muss dessen Erfüllung oftmals so schnell wie möglich starten. So erwarten es die Auftraggeber. Beginnt man dann erst, Stellenanforderungen zu definieren und Stellenanzeigen zu schalten, würde es etliche Wochen oder gar Monate dauern, bis man das nötige Personal zusammen hätte. Für den Auftraggeber viel zu spät.

Schneller Personal bekommen, als über ein klassisches Bewerber-Ausschreibungsverfahren kann man zum Beispiel über die Zeitarbeit. Eine Alternative dazu, jedenfalls in der Geschwindigkeit, liegt im Aufbau eines eigenen Bewerberpools. Dabei verlagert man die zeitaufwändige Personalsuche und Personalauswahl vor den Erhalt der konkreten Stelle, so dass man schließlich zur Besetzung der Stelle, wenn sie dann da ist, nur noch einen minimalen Zeitaufwand hat.

Wenn es voraussehbar ist, dass man immer wieder derart schnell viel Personal brauchen wird, wenn absehbar ist, welche Art von Positionen dann besetzt werden müssen und welche Anforderungen die Bewerber werden erfüllen müssen, dann macht es Sinn, sich einen Bewerberpool mit potenziell passenden, vorausgewählten Kandidaten aufzubauen. In vielen Fällen können die Bewerber Ihre Bewerbungsschreiben und Bewerbungsunterlagen, wie Arbeitszeugnisse und andere Dokumente in so genannten Karriereportalen oder auf separaten Bewerbungshomepages hochladen. Dort sind die Bewerber dann nach den verschiedensten Anforderungen an Lebenslauf und an die Qualifikationen passend zur jeweiligen Stelle auswählbar, sobald sie zu besetzen ist. Häufig erhalten die interessantesten Bewerber schon vorab ein Telefoninterview, ein online Bewerbungsgespräch oder sogar ein persönliches Vorstellungsgespräch, obwohl noch gar keine Stelle zu besetzen ist. Ist es dann soweit, dass der passende Auftrag da ist und mit ihm auch die erwarteten Stellen, kann der Betrieb sich die dazu passenden, schon vorausgewählten Kandidaten direkt aus seinem qualifizierten Bewerberpool ziehen und so in kürzester Zeit alle Stellen besetzen und mit dem Projekt starten.

Und die anderen Pool-Bewerber? Die warten mit ihrer fortdauernden Bewerbung auf den nächsten anstehenden Auftrag mit dann wieder neuen Job-Chancen.

 

Und welche Vorteile sollen Pool-Bewerber von Bewerbungspools haben?

Tatsächlich können Pool-Bewerbungen ebenso für Bewerber voreilhaft sein.

Im Gegensatz zu normalen Initiativbewerbungen können Bewerber hier nämlich mit hoher Sicherheit davon ausgehen, dass es tatsächlich Stellen zur Besetzung geben wird. Deshalb fordert das Unternehmen mit seiner Pool-Ausschreiben ja geradezu zu Initiativbewerbungen auf.

Pool-Bewerbungen = aufgeforderte Initiativbewerbung in Hinblick auf zu erwartende Stellen

Pool-Bewerbungen sind gewissermaßen ein Mittelding zwischen Bewerbungen auf konkrete freie Stellen und Initiativbewerbungen. Die Jobchancen sind bei Pool-Bewerbungen allemal höher, als bei reinen Blindbewerbungen. Wegen des regelmäßigen voraussehbaren Personalbedarfs poolender Firmen haben grundsätzlich geeignete Bewerber fortlaufend Chancen, einen der immer wieder neuen Jobs zu ergattern, während die eine, konkret zu besetzende Stelle für den interessierten Bewerber weg ist, nachdem sie mit jemand anderem besetzt wurde. Bei poolenden Unternehmen kann man sich jederzeit bewerben, nicht nur dann, wenn gerade mal eine Stelle frei ist. Und man kann seine Bewerbung so lange aufrecht erhalten, wie man will – wogegen ihnen bei der Einzelstellenbesetzungs-Bewerbung abgesagt wird, wenn man die Stelle nicht bekommen hat und die Bewerbung seitens des Unternehmens zumeist zwangsbeendet wird.

 

Mein Fazit zu Bewerberpools

Ausschreibungen auf Pool-Bewerbungen erscheinen mir keinesfalls unredlich, sie sind weder pro forma Ausschreibungen, noch Fake Jobangebote, wie manch ein leer ausgegangen Bewerber es glauben machen möchte. Ganz im Gegenteil. Sie sind vielmehr ein Quell fortlaufender Job-Chancen.

Dass auch Poolbewerber letztlich mal gar keine Stelle bekommen haben, lässt nicht den Rückschluss zu, dass es keine gegeben hätte. Auch bei der Besetzung einer konkreten Stelle bekommt nicht jeder Bewerber den Job. Wer Bewerberpools für sich ausspart, vergibt sich reale, immer wiederkehrende Chancen um zahlreiche Jobs.

 

Ausblick

Pool-Bewerbungen sind Ausdruck des In-Time-Anspruchs unserer modernen Arbeitswelt, der inzwischen auch die Personalbeschaffung erreicht hat. Sie nehmen einen Ihnen zustehenden Platz zwischen den althergebrachten Freie-Stellen-Bewerbungen und Initiativ-Bewerbungen ein. Angesichts der immer häufigeren Jobwechsel in den Werdegängen der heutigen Arbeitnehmer sind Pool-Bewerbungen eine veritable Möglichkeit, sich dort mit seiner Bewerbung zu positionieren, wo in kurzer Zeit immer neue Jobs entstehen. Und da auch das Segment poolender Unternehmen, die auf Projektbasis flexibel und in time personalintensive Leistungen für Unternehmen erbringen, mit dem Trend zum Outsourcing wachsen wird, sehe ich im Pooling ein Bewerbungsmodell mit wachsendem Potenzial für die Zukunft.


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