Tabellarischer Lebenslauf

Wie schreibt man einen tabellarischen Lebenslauf überzeugend?

Ein tabellarischer Lebenslauf ist das zentrale Dokument Ihrer Bewerbung. Oft wird er vor allen anderen Bewerbungsunterlagen studiert. Deshalb ist es wichtig, auch mit dem Aufbau dieses Dokuments zu überzeugen.

Tabellarischer LebenslaufAnders als z.B. in den USA wird in Deutschland sehr darauf geachtet, dass der Lebenslauf lückenlos ist. Auch spielt bei uns die Reihenfolge (Chronologie) der Lebensstationen eine Rolle. Was in welcher Reihenfolge warum gemacht wurde sollte aus dem Lebenslauf auf den ersten Blick erkennbar sein.

Wenn eine Sortierung der Stationen nach ihrer Art, wie es in den USA verbreitet ist, die zeitliche Reihenfolge des Lebenslaufs zerreißt, machen Sie es dem Bearbeiter nur unnötig schwer, sich die Reihenfolge aus den verschiedenen Blöcken wieder selbst zusammenzusuchen. Durchaus ein Grund zum innerlichen Fluchen. Dass Ihr Lebenslauf nun durch die emotionale Brille einer negativen Verstimmung wahrgenommen und bewertet wird, können Sie gar nicht gebrauchen, wenn Sie mit Ihrer Bewerbung Erfolg haben wollen.

Bei jeder Wahrnehmung von Menschen, egal wie sachlich geprägt, sind stets auch Gefühle im Spiel. Gefühle sind es, die bei ein- und derselben Sachlage zu unterschiedlichen Bewertungen führen können. Diesen emotionalen Faktor können Sie für sich nutzen, um Vorteile für Ihre Bewerbung zu gewinnen. Dazu gehört auch, es den Menschen auf der Personalauswahlseite möglichst leicht zu machen, Ihre Bewerbung zu bearbeiten. Im weiteren Verlauf werden Sie noch mehr über solche emotionalen Faktoren erfahren.

Soweit es sich um Inlandsbewerbungen handelt und der amerikanische Aufbau des Lebenslaufs nicht ausdrücklich erwartet wird, sollten Sie daher besser den chronologischen Lebenslauf wählen.

Legen Sie den Lebenslauf tabellarisch und in zeitlich fallender Reihenfolge an (d.h. die jüngsten Stationen zuerst, die ältesten Stationen - also zumeist die Schulzeit - zum Schluss.

 

Das Gesamtbild des Lebenslaufs sollte übersichtlich gestaltet und gut strukturiert sein.

Es gibt zahlreiche Vorlagen und Muster für tabellarische Lebensläufe sowohl in Office-Programmen, als auch als Downloads im Web.

Ein unübersichtlicher Aufbau Ihres Lebenslaufs, uneinheitliche Zeichen- und Absatzformatierungen würden zeigen, dass Sie sich keine wirkliche Mühe gegeben haben. Und solche Mitarbeiter möchte wohl niemand haben.

Formulieren Sie klar und verständlich, damit man nicht erst in den Arbeitszeugnissen nachlesen muss, um verstehen zu können, was genau gemeint ist. Lassen Sie Ihren Lebenslauf gegenlesen, um dessen Verständlichkeit zu prüfen.

 

Zeitangaben im tabellarischen Lebenslauf

Geben Sie Zeiten nicht zu grob an. Hinter einer Angabe wie z.B.

     ... bis 2016
2016 bis ...

könnte sich fast ein Jahr Ausfallzeit „verbergen“ (nämlich Januar 2016 bis Dezember 2016). Das ist den Prüfern Ihres Lebenslaufs natürlich bekannt und deshalb gelten solch vergröberte Zeitangaben im Lebenslauf sogar als Warnsignal für eventuelle Verschleierungsversuche.

Wird herausgefunden, dass tatsächlich eine Lücke im Lebenslauf verschleiert wurde, sinken Ihre weiteren Chancen gegen Null.

Gab es keinen Verschleierungsversuch, haben Sie aber immerhin noch den Prüfern Ihres Lebenslaufs durch Ihre zu grobe Darstellung unerwünschte Zusatzarbeit aufgebürdet. Sich bei vielen Lebensläufen alle Termine aus den Arbeitszeugnissen einzeln heraussuchen zu müssen, kostet richtig viel Zeit.

 

Tätigkeiten und Verantwortlichkeiten

Ergänzen Sie im Lebenslauf die einzelnen beruflichen Stationen durch eine kurze Auflistung Ihrer wesentlichen Tätigkeiten und Verantwortlichkeiten. Zwar finden sich solche meist auch in den Arbeitszeugnissen, aber die werden in der Regel nur dann genauer angeschaut, wenn Sie zuvor mit Ihren Qualifikationen und mit ihrem Lebenslauf genügend Interesse geweckt haben. Deshalb ziehen Sie die wichtigsten – und nur diese – vor und listen Sie sie unterhalb der jeweiligen beruflichen Station am besten stichwortartig als Liste mit Listenpunkten („Bullet Points“) auf.

  

Werdegang innerhalb des Unternehmens

Führen Sie im Lebenslauf alle Positionen, die Sie in dem jeweiligen Unternehmen eingenommen haben, z.B. als separate, eingerückte Absätze unterhalb des Unternehmenseintrags auf

  • 01/2000 bis heute (ungekündigt) – Musterfirma

    • 01/2000 bis 12/2005 Position 1
      • Tätigkeiten
      • Verantwortlichkeiten
      • Besondere Leistungen / Erfolge (s.u.)
    • 01/2006 bis 12/2012 Position 1
      • Tätigkeiten
      • Verantwortlichkeiten
      • Besondere Leistungen / Erfolge (s.u.)
    • 01/2013 bis heute Position 3
      • Tätigkeiten
      • Verantwortlichkeiten
      • Besondere Leistungen / Erfolge (s.u.)

Erläuterungen

Lassen Sie den Lebenslauf nicht nur eine leblose Aufzählung von Lebensstationen sein. Wesentlich wirkungsvoller wird er, wenn sie ihn mit stichwortartigen Informationen anreichern, welche die einzelnen Abschnitte zu einer nachvollziehbaren Geschichte Ihres beruflichen Werdegangs verbinden.

Aber bitte auch nicht falsch verstehen. Es soll ein gut strukturierter, übersichtlicher, chronologischer und tabellarischer Lebenslauf bleiben. Schreiben Sie keinesfalls langatmige Storys, die Ihren Lebenslauf oder Teile davon zu einer unstrukturierten „Bleiwüste“ werden lassen. So etwas wird in aller Regel gar nicht erst gelesen. Vergessen Sie nie: Ihre Bewerbung ist nicht die einzige. Die Bearbeiter müssen sich zumeist durch hunderte solcher Bewerbungsunterlagen durcharbeiten und je schwerer Sie es ihnen machen, die relevanten Informationen im Lebenslauf schnell zu erfassen, desto weniger möchte man sich mit solchen Bewerbungen beschäftigen.

Versuchen Sie also „Übergänge“ und kritische Phasen in Ihrem beruflichen Werdegang mit einem knappen und klaren Hinweis im Lebenslauf zu erläutern, z.B.

Jobwechsel wegen wirtschaftlicher Probleme meines bisherigen Arbeitgebers
Der neue Job bot mir bessere Entwicklungsmöglichkeiten
oder
Betriebsbedingte Kündigung nach Sozialplan wegen Stellenabbaus / Wegfall  meines Arbeitsplatzes

Vermitteln Sie dem Prüfer Ihrer Bewerbungsunterlagen schon im Lebenslauf ein besseres Verständnis über Wechselgründe und –motivationen, über Ausfallzeiten, wie z.B. Arbeitslosigkeit und was Sie konkret unternommen haben, um aus der Situation herauszukommen.

Führen Sie ebenso schlagzeilenartig alle Hinweise auf überdurchschnittliche Leistungen und Erfolge im Lebenslauf auf. Das können zu Beispiel Belobigungen sein (Kopien im Anhang!), Bonuszahlungen für besondere Erfolge / Leistungen (Prämienmitteilung als Kopie im Anhang!), Sonderaufgaben oder Beförderungen als Anerkennung besonderer Leistungen oder Qualifikationen, u.a.m.

 

Bewerbungsfoto

Falls Sie ein Bewerbungsfoto in den Lebenslauf einbinden wollen, achten Sie darauf, dass die Art der Abbildung zu der beworbenen Position passt – also je nach Branche und Tätigkeit z.B. professionell, kreativ, modisch, individuell, konservativ, business-like ist.

Sympathisch sollte der Eindruck jedoch immer sein, denn der „Bauchfaktor“ entscheidet stets mit.

Und der ist auch im Lebenslauf sowie beim Bewerbungsfoto nicht zu unterschätzen.

>> Das Motivationsschreiben - die dritte Seite


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Mehr Infos zum Thema Lebenslauf gibt’s hier

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