sich bei dem neuen Arbeitgeber zu beweisen und beruflich weiterzuentwickeln. Manchmal muss man einen Schritt zurückgehen, um von dort aus wieder besser vorankommen zu können.

 

Haben Sie einen größeren Zeitpuffer bis zu einer drohenden Arbeitslosigkeit, könnte es vertretbar sein, sich zunächst auf Bewerbungen um Ideal-Jobs zu beschränken. Doch Vorsicht, für viele wird das Vorgehen mit der Zeit zu einer Falle, die sie in die Arbeitslosigkeit führt. In Deutschland ist die Vorstellung verbreitet, dass einem berufliche Positionen, die man schon einmal inne gehabt hat, auch zukünftig „zustehen“, genauso wie einem Jobs „zustehen“, die dem eigenen Qualifikationsniveau entsprechen. Aber genau damit liegt man falsch. Es gib keinen gesetzlichen Anspruch auf einen ehemaligen oder qualifikationsangemessenen Joblevel. Der Arbeitsmarkt schert sich nicht um überholte Vorstellungen. Und die Zeiten, in denen man erwarten konnte, dass die künftige Anstellung bis zum Ruhestand reichen wird, sind auch vorbei. Mehrfache Jobwechsel, Befristungen und Kündigungen werden im Lebenslauf zur Regel und damit auch die Notwendigkeit, sich von Zeit zu Zeit neu oder ganz umzuorientieren. Wer sich nicht flexibel auf das einstellen kann, was auf dem Arbeitsmarkt erhältlich ist, sondern nach einer Kündigung zu lange dem nachhängt, was man nicht (mehr) erreichen kann, wird am Ende mit leeren Händen dastehen. Die Herausforderung bei dem Vorgehen, sich zunächst auf Bewerbungen um Ideal-Jobs zu beschränken, liegt darin, sich im Zeitverlauf bewusst Schritt für Schritt davon zu lösen und immer mehr Stellenangebote hinzuzunehmen, die verfügbarer, wenn auch weniger reizvoll sind. Spätestens wenn Sie zwei Monate davon entfernt sind, arbeitslos zu werden, sollten Sie die Tore weit öffnen und alles berücksichtigen, was Sie überhaupt und rechtzeitig vor einer Arbeitslosigkeit in Lohn und Brot bringen kann.


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